Zu Beginn eine Warnung: wer auch nur im Entferntesten etwas mit Radsport oder Radfahren im Allgemeinen anfangen kann, sollte hier nicht weiterlesen ;).
Fernsehen kann eine nette Sache sein. Die Fussball-WM war nett, die ein oder andere Krimiserie ist nett. Wenn man ganz viel
Glück hat, findet man außerhalb der auf Schutzgeldern basierenden Medien Nachts um 3 sogar einen netten Film. Doch eben diese sind es, die uns dieser Tage wie jedes Jahr, mit einer kurzen Ausnahme, mit der Farce beglücken, die sich wie eine endlos lange Raupe quer durch Frankreich frisst.
Deshalb, aus eigenem Interesse, hier meine persönliche Top 5, weshalb mein Fernseher zu zittern anfängt, sobald ich unbeabsichtigt in diese Veranstaltung hineinzappe.
5. Lance Armstrong
Hat er, oder hat er nicht? Nein, natürlich hat er nicht. Die meisten Menschen, die an Hodenkrebs erkranken, starten nach Überwindung desselben mit einem Siegeszug durch einen Profisport ihrer Wahl.
Ernsthaft, wer glaubt, Armstrong hätte ungedopt über Jahre hinweg die Tour völlig nach belieben gewonnen wie es ihm gefiel, der glaubt auch das die FDP eine logische Funktion hat.
4. Die 100 Klone des Lance Armstrong
Die Frage lautet nicht, wieviele Kollegen von Armstrong ebenfals gedopt sind: sie lautet, wieviele es nicht sind.
Die Frage nach Sinn und Unsinn, Fairness und Unfairness des Dopings wird Ethikexperten noch Jahrzehnte beschäftigen. Während sie debattieren, werden ungezählte Ärzte und Chemiker auf der Welt neue Mittelchen erfinden und mixen, die sich jene Helden der Bergauffahrt verabreichen. Das, was von diesen Sportlern bei dieser Veranstaltung erwartet wird ist unmenschlich und ohne Hilfsmittel kaum schaffbar, zumindest nicht unter der Prämisse von Leistungsdruck, Sponsoring und Karriereambitionen.
So, wie auch weiterhin bei Sommerspielen Jamaikaner auftauchen werden, dass nächste mal in London, die nicht einmal wissen wie eine Dopingprobe durchgeführt wird, um anschließend der gesamten Weltkonkurrenz davonzulaufen, so werden auch die Sprinter und Bergsteier weiterhin gedopt sein. Alle.
3. Ganz ganz miese Optik
Selbst Menschen, die bekennende Anti-Fussballfans sind, erleiden den "offener-Mund-Effekt" wenn sie einen Messi in Höchstform sehen. Ein Ovechkin kann mit einem Puck und einem Schläger Dinge vollbringen, die an Magie grenzen, ein Nowitzki wirft locker 10 3er in einem Spiel.
Radsportler können...treten.
2. Ich wünscht es wärt Nacht oder der Winter käme
Denn im Winter sind sie viel, viel weniger, die Heuschrecken des urbanen Lebensraums, die moderne biblische Plage: die Radfahrer.
Sie pfeifen auf Rote Ampeln, sie fahren wahllos in Fußgänger wenn diese ihnen nicht ausweichen, Vorfahrtsregelungen kennen sie nicht. Mit freiem Oberkörper, klapprigem Skelett das stark an Hungerstreik erinnert und einem Rad, dessen Ketten seit Jahren kein Öl mehr gesehen hat randalieren diese notorischen Gutmenschen auf unseren Strassen und fürchten dabei weder Tod noch Verfall, vor allem nicht ihren eigenen. Was interessiert mich eine Querschnittslähmung, die anderen haben auf mich zu achten!
Bei dieser Gelegenheit sei für alle Berliner Autofahrer, die es immernoch nicht kapiert haben noch einmal der Funtkionszweck des Fahrradweges genannt: diese Wege zeigen an, wo sich Radfahrer generell nicht aufhalten können bzw. sollen. Merken sie sich das endlich!
1. Laaaaaaaaaaaangweilig
Selbst wenn man alle zuvor genannten Gründe ignoriert, an diesem einen kommt man nicht vorbei. Wer Angela Merkels Bundestagsreden für "mitreißende Rhetorik" hält oder glaubt, italienische Hochzeitsessen seien eine kurzweilige Angelegenheit, der mag die Tour schauen.
Für alle anderen ist sie im günstigten Falle ein probates Mittel gegen chronische Schlafprobleme.
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